Buchcover









deutsch
español
english
Botanische Beobachtungen im Werk von Johann Gundlach
Luis Ernesto Martínez González

Zusammenfassung
Gundlach war bekanntlich in erster Linie Zoologe. Während seiner zahlreichen Exkursionen erwarb er sich aber auch auf botanischem Gebiet ein beachtliches Wissen. Für die Beschreibung der ökologischen Verhältnisse war ihm die Kenntnis der kubanischen Flora sehr hilfreich.

Sehr wichtig war dabei die enge Freundschaft Gundlachs mit dem kubanischen Botaniker José Blain in Pinar del Rio. Außerdem unterhielt er gute Kontakte zu dem aus den USA stammenden Botaniker Francisco Sauvalle, der wichtige Beiträge zur Flora Kubas verfasste. In Puerto Rico besuchte er den bekannten Rechtsanwalt Dr. Domingo Bello y Espinosa, der seine Freizeit dem Studium der Botanik widmete und ein Album über puertoricanische Pflanzen angelegt hatte.


Keimende Kokosnüsse (Cocos nucifera) in der Gegend von Baracoa. Hier begutachtete Gundlach die Krankheit der Kokospalmen.
[Foto: Dathe, 1984] (S. 188)

Die Freundschaft mit dem berühmten nordamerikanischen Botaniker Charles Wright war für Gundlach sicherlich besonders wichtig. Beide Männer führten gemeinsame Exkursionen in den Ostregionen Kubas durch und ergänzten sich wechselseitig auf zoologischem bzw. botanischem Gebiet. So schickte Wright auf Kuba gesammelte Tiere an das Smithsonian Institut nach Cambridge und im Herbarium von Krug und Urban in Berlin finden sich von Gundlach gesammelte Pflanzen aus Kuba und Puerto Rico. Auch zur Weltausstellung in Paris hatte Gundlach als offizieller Repräsentant Kubas eine große Anzahl Edelhölzer und Faserpflanzen mitgenommen.

Im September 1880 wurde Gundlach von der Königlichen Akademie der Wissenschaften der Medizin, Physik und Naturkunde zu Havanna in die Kommission zur Untersuchung der Kokospalmenerkrankung im Osten Kubas berufen. Obwohl der Ursprung des damaligen Krankheitserregers bis heute nicht vollständig geklärt ist, wurden Gundlachs Beiträge dazu stark beachtet.


Der Roseneibisch (Hibiscus rosa-sinensis) stammt aus Asien, ist heute in kubanischen Gärten anzutreffen und wird häufig als Hecke gepflanzt.
[Foto: Dathe, 1984] (S. 194)

In Anerkennung der naturkundlichen Leistungen Gundlachs wurden elf Pflanzenarten und eine Gattung mit sechs Arten nach ihm benannt. Außerdem werden insgesamt 80 Zitate in den botanischen Wörterbüchern Kubas aufgeführt, in denen bei Artbeschreibungen explizit auf Gundlach verwiesen wird.

Im Anschluß an die Darstellung der Beobachtungen Gundlachs werden die wichtigsten Lebensdaten von zehn Botanikern genannt, mit denen er näher bekannt war.

© Copyright 2002 by Dr. Wilfried Dathe. All rights reserved.